Gefährlicher als jedes Hornissennest: folgenschweres Ausräuchern kostet nicht nur Hornissen das Heim!

Aus der aktuellen Presse:
"Beim Versuch, ein Hornissennest auf dem Dachboden mit Hilfe brennender Zeitungen auszuräuchern, hat ein Mann in Meseberg im deutschen Sachsen-Anhalt sein eigenes Haus in Brand gesetzt.
Sein ungeschicktes Vorgehen gegen die Insekten wird teuer für den 66-Jährigen: Der Schaden wird auf 80.000 Euro geschätzt, der Dachstuhl ist zerstört und ein Teil des Hauses vorerst unbewohnbar.
Obendrein mussten zwei Familienmitglieder wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt werden, und ein Feuerwehrmann erlitt beim Löscheinsatz Verbrennungen am Ohr, wie das Polizeirevier Börde am Donnerstag mitteilte. Gegen den Mann wird nun wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt." (7.8.2008, apa)

"Ein 52 Jahre alter Mann hatte am Samstag um 16.15 Uhr in der Abt-Hauck-Straße in Gerlachsheim auf dem Balkon seines Hauses ein Hornissennest angezündet, um dieses vom Dachgebälk zu entfernen. Dabei breitete sich das Feuer auf die Dachisolierung aus und griff auf den Dachfirst über.
Die Feuerwehren aus Lauda, Gerlachsheim, Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim konnten den Brand dann rasch unter Kontrolle bringen. Allerdings entstand am Dachstuhl ein Sachschaden in Höhe von 10 000 Euro." (28.7.2008, Tauber-Zeitung)

Berichte wie diese zeigen: Hornissen sind brandgefährlich - sofern man versucht, sie auf diese Weise zu bekämpfen. Anstatt die Hornissen um Leib und Leben und sich selbst zumindest um Hof und Herd zu bringen ergeht die eindringliche Bitte, sich zunächst über diese Tiere zu informieren. Die Unteren Naturschutzbehörden der zuständigen Landkreise kennen in der Regel kompetente Hilfe sofern sie nicht sogar selber weiter helfen können. Denn kein Hornissennest ist diesen Preis wert noch eine derartige Gefahr, daß man so rigoros dagegen vorgehen müßte.

Denn jetzt heisst es: Zähne zusammenbeißen - den August und September lang sind diese großen Wespen noch aktv; im Okober bemerkt sie meist jedoch kaum noch. Der "bestechendste" Monat ist der September denn dann sind reichlich Köniinnen und Männchen im Nest aber kaum noch Brut - dann haben die Arbeiterinnen nicht mehr viel zu tun außer diese wichtigen Tiere zu beschützen. Denn sie stellen das Erbe und das "Klassenziel" eines Hornissenvolkes dar - nur die Königinnen werden nach der Paarung den Winter verbringen und im nächsten Jahr neu gründen. Das aber passiert nicht zwingend an der selben Stelle. Die Königinnen müssen selber neu suchen und entscheiden, wo sie ihren Bau beginnen werden.

Allerdings sind alte Hornissennester und -nistplätze attraktiv. Die starke Geruchsmarkierungen zeigen den Königinnen, daß hier schon mal ein Volk erfolgreich nisten konnten. Daher sollte man alte, ungünstige Nistplätze zumindest verschließen oder, sofern erreichbar, die alten Nester restlos entfernen und die Anheft- und Laufstellen gründlich reinigen, ggf. lackieren.

Rolllädenkästen, die sich nur schwer dauerhaft schützen lassen, kann man - sofern man den Rollladen nicht wirklich benötigt, zwischen März und Ende Mai mit Klebeband provisorisch abdichten. Dann sind zumindest Gründungsversuche nicht möglich.


Hallo! Verfahren wegen

Hallo!
Verfahren wegen Brandstiftung-schön und gut!Aber was erwartet ihn für eine Strafe wegen der Hornisseetwa keine???

Gruß Hornet


Bestrafung

Hallo Hornet,
meiner Meinung nach sollte man gerade bei Hornissen nicht mit dem Gesetzbuch winken und hohe Strafen fordern, weil die ja doch nicht durchgesetzt werden. Meist handeln Betroffene aus Unwissenheit und Angst.Hier ist es unsere Aufgabe die Mitbürger aufzuklären und Hilfestellung zu leisten. Oft telefonieren sich die Betroffenen die Finger Wund um jemanden zu finden, der kompetente Hilfe anbietet.
Die Beratung der unteren Landschaftsbehörden laufen sehr oft darauf hinaus, das Nest bis zum Absterben des Volkes an Ort und Stelle zu lassen, was auch oft vernünftig ist.
In manchen Situationen ist es aber unumgänglich ein Hornissenvolk umzusiedeln. Leider kennen viele Behörden die Beraterdatenbank von Hymenoptera nicht, die eine gute Anlaufstaion ist. Ich bin der Meinung, lieber selbst etwas tun als nach Strafe rufen.
http://www.nabuwillich.homepage.t-online.de/Wespenumsiedlung.html
Gruß Harry


Hallo Harry, das ist ja

Hallo Harry,
das ist ja alles richtig was Du sagst!Bei mir in NRW(Oberbergischer Kreis)läuft das auch prima und wir haben unsere eigene Berater und Umsiedlergruppe!!!!
Aber darum geht es hier garnicht,unwissenheit schützt vor Strafe nicht,das gilt im Straßenverkehr genauso wie im Naturschutz!Wer ein Hornissenvolk stört oder vernichtet ist und bleibt ein Straftäter der mit allen Mitteln des Gesetzes verfolgt und bestraft werden muß!Was hätte sonst die unterschutzstellung von Pflanzen und Tieren überhaupt für einen Sinn!Jeder hat die Pflicht sich zu informieren,wer das nicht macht ist selbst schuld!!!

Gruß Hornet


Hornissen

Hallo Hornet,
im Oberbergischen Kreis läuft das prima, dieses ist mir auch persönlich bekannt. Durch Aufklärungsarbeit von engagierten Mitarbeiterinen und Mitarbeitern des Nabu in Form von Öffentlichkeitsarbeit wurde und wird bei Euch viel erreicht.
Wenn Du Dir bundesweit die Strafverfolgung von nicht rechtmäßig abgetöteten Staaten bildenden Insekten anschaust, ist das sehr schlapp. Einen Richter zu finden der hier mal richtig zuhaut ist eine Seltenheit. Mit dem Strassenverkehr ist das schlecht zu vergleichen.
Man kann den Bürger auch nicht einfach im Stich lassen, wenn er sich durch ein Hornissennest bedroht fühlt und ihm sagen....Hornissen stehen unter Naturschutz...
Beratung und evtl. nötige fachgerechte Umsiedlung stehen meiner Ansicht nach an erster Stelle.
Falls sich keiner findet und das Nest stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar, geben die unteren Landschaftsbehörden nach eingehender Prüfung auch schon mal eine Freistellung zum Abtöten eines Hornissenvolkes :-(
Gruß Harry


Ja Harry das lasse ich ja

Ja Harry das lasse ich ja auch alles gelten!Aber wofür haben wir Gesetze wenn sich niemand daran halten muß!
Natürlich steht die Aufklärung an erster Stelle evt.auch eine Umsiedlung!Das ist nicht der Punkt!
Mir soll nur niemand ankommen er habe von nichts gewußt nach 20 Jahren Hornissenschutz!
Fernsehn,Zeitung und Intenet alle klären auf wer es nicht annehmen will der muß halt mit den Folgen leben!!!
Das dem nicht nachgegangen wird ist mir schon klar aber was soll dann der Blödsinn mit der Unterschutzstellun???
Beispiel:Wenn ich als Jäger einen Wolf schießen würde(Was manche Idioten ständig machen)was meinste was dann los ist...?
Jagschein weg-Waffen weg-verurteilung-mindestens saftige Geldstrafe!Alles zu recht!!!!
Und bei Insekten?Nichts????Der gleiche Artenschutz wie beim Wolf!!!
Nein, so gehts nicht dann können wir ja gleich das Auto vor die Wand setzen!!!
Immer dieses mit zweierlei Maß messen!
Und nochwas,für Leib und leben stellt ein Nest nur für Leute eine Gefahr da die eine ganz besondere Körperreaktion auf die Einstiche zeigen!Wir müssen entlich begreifen das wir unseren Lebensraum auch mit anderen Lebewesen teilen müssen!Die Zeit der Ausreden sollte vorbei sein,sonst gibt es bald nichts mehr zu schützen!!!

Gruß Hornet


Hornissen

Hallo Hornet,
ich verstehe ja das Du Dich darüber aufregst. Aber wir müssen auch immer schaun was machbar ist. Möchte Dir kurz einen Fall aus diesem Jahr schildern. Im Forum schrieb eine Frau ganz aufgeregt, sie habe ein Hummelnest vor ihrer Eingangstür. Sie betreibe dort eine Praxis, habe Publikumsverkehr und die Hummeln müssten weg.
Da es bei mir in der Nähe (30 km) war, habe ich ihr angeboten, das Nest umzusiedeln. Erreichte sie allerdings nur auf dem Anrufbeantworter. In der Zwischenzeit hatte sie den Eingang und das Nest unter Wasser gesetzt, so dass die Erde eingefallen war und nur noch ein paar Hummeln den Eingang suchten.
Hier eine Anzeige zu machen ist sinnlos. Nach einem langen Gespräch am Telefon tat es der Frau dann auch leid.
Aufklären ist wichtig und wenn man das Gefühl hat die Leute sagen nach einem Gespräch.....ok ich lass die Tiere bis zum Herbst dort leben.... und sie sprühen später doch Gift rein oder vernichten das Nest irgendwie, juckt es einen eine Anzeige zu machen. Die Energie die dazu nötig ist eine Bestrafung durchzusetzen, stecke ich lieber in den Natur- und Umweltschutz.
Gruß Harry


Ok Harry,wir beide wollen

Ok Harry,wir beide wollen das Gleiche!!!Wir sehen das nur etwas unterschiedlich!Macht ja nichts!
Jede Hornissenberatung bei mir wo das Nest hängenbleiben darf wird bis zum Ende hin von mir betreut,also die Besitzer!!Damit stelle ich sicher das nach der Beratung auch kein Blödsinn gemacht wird!
Die meisten Leute sind nach einer persönlichen Beratug von mir aufgeschlossen den Tieren gegenüber!
Aber ich sage auch ganz deutlich wenn ich einen Frevel beweisen kann(und darauf kommt es an)dann gehts auch notfalls vor Gericht und dann ist es mir völlig egal ob es ein Bankräuber oder ein Hornissentöter ist!!!

Gruß Hornet


Hornissen

Ok Hornet, solange es Menschen gibt die sich um die Natur kümmern besteht ja Hoffnung.
Vielen Dank für Deine Stellungnahme und Deinen Einsatz.
Gruß Harry