Aktueller Stand meiner dokumentierten Hornissenkolonien

Hallo,

mittlerweile hat endlich mildes und zeitweise sonniges Wetter Einzug gehalten, was den Hornissen nochmal gute Verpaarungschancen zusichert.

Meine beiden dokumentierten Nester sind derweil an einem sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand angekommen. Das sehr starke Nest im Baum steht kurz vor seiner Auflösung. Von den über 300 Ein- und Ausflügen Anfang September sind gerade mal noch 70 übrig, zudem sind fast alle Geschlechtstiere abgeflogen. Die letzten Drohnen und Jungköniginnen werden noch versorgt, die restliche Brut (Larven) nach und nach aus dem Nest geworfen. Die Altkönigin ist hier bereits Mitte September gestorben.

Anders bei dem etwas schwächeren Nest im Hochstand. Dieses erreichte maximal > 200 Flüge in 10 Minuten, momentan sind es noch um die 160. Auch gibt es hier noch reichlich Geschlechtstiere im Nest und auch noch Puppen. Ein größerer Larvenauswurf hat nach dem Tod der Altkönigin in der vergangenen Woche nun ebenfalls eingesetzt. Teilweise geht es hier recht wild her, fremde Drohnen versuchen ins Nest einzudringen und werden nicht selten von den Arbeiterinnen erstochen oder verletzt. Teils gelingt es aber einigen durchzukommen und sich unter dem Nest mit einer Königin zu verpaaren.

Prächtig gefärbt sind mittlerweile die Bäume, sodass die Nahrung immer knapper wird. Nur einige Weiden und Birken, vereinzelt Buchen sind noch grün und stehen teilweise im Saft und bieten so noch etwas Nahrung. Ebenso einige wenige Fallobstbestände. Dennoch füttere ich beim noch stark belebten Nest im Hochstand weiter zu, was auch gern angenommen wird. 250 g Apifonda werden in 3 Tagen aufgefressen.

Interessant ist, dass die Larven nun so gut wie nicht mehr zur Verpuppung kommen. Die Larven werden zwar gut gefüttert, um als Nahrungsreserve noch kohlenhydratreiche Sekrete abgeben zu können, allerdings werden sie gerade durch die Geschlechtstiere stark gefordert. Gerade die größten Larven sterben nicht selten oder werden kurz vor der Verpuppung aus den Zellen gerissen und aus dem Nest geworfen. Anscheinend sind sich die Hornissen den zunehmend schlechteren Nahrungsbedingungen bewusst, weshalb sie keine neuen Geschlechtstiere heranziehen wollen, aber gerade die kleineren Larven weiterhin füttern, damit diese noch als Nahrungsspeicher zur Verfügung stehen, um den präsenten oder noch schlüpfenden Geschlechtstieren genügend Nahrung zur Verfügung zu stellen.

Bin gespannt, aus wieviel Waben das starke Nest im Baum besteht. Tippe auf > 12. Das Nest im Hochstand hat 7 Wabenetagen und eine angefangene 8. Etage, war allerdings auch ein Migrationsnest.

Hier noch die aktuellen Bilderberichte, teils mit Videos:
Nest im Hochstand:
DOKU HOCHSTAND

Nest im Baum:
DOKU BAUMNEST

Viele Grüße
Michel